Entdecken Sie die vegane Spitzenküche Wiens: vom Michelin-Stern-Restaurant Tian bis zum Streetfood am Naschmarkt. 50+ rein vegane Lokale warten auf Sie.
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Wien, die Stadt des Schnitzels und des Tafelspitz, sich zur heimlichen Hauptstadt der pflanzenbasierten Küche mausert? Während man in den traditionellen Beisln noch um die Wurst ringt, schießen vegane und vegetarische Restaurants wie Pilze aus dem Boden – und zwar auf einem Niveau, das selbst eingefleischte Fleischliebhaber ins Staunen versetzt. Ob mit Michelin-Stern, als hippe Bowl-Bar oder uriges Wirtshaus: Die österreichische Hauptstadt beweist, dass Genuss ohne Tierprodukte nicht nur möglich, sondern oft noch aufregender ist. Tauchen Sie mit mir ein in jene Welt, in der Kürbiskern-Seitan und Kaiserschmarrn aus pflanzlichen Zutaten den Gaumen verwöhnen.
Wien: Überraschend pflanzenbasiert



Die Zahlen sprechen für sich: Über 50 rein vegane Restaurants zählt Wien im Jahr 2024 – ein Rekordwert, der die Stadt auf Platz 3 der veganfreundlichsten Metropolen Europas katapultiert hat (ProVeg-Ranking 2023). Noch beeindruckender: Das Tian wurde als erstes veganes Restaurant Österreichs mit einem begehrten Michelin-Stern ausgezeichnet. Dieser Erfolg ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer kreativen Szene, die regionale Rohstoffe mit internationalen Techniken verbindet. Vom Naschmarkt bis zum Grätzl-Café bieten die hier vorgestellten Adressen eine kulinarische Vielfalt, die selbst Skeptiker bekehrt. Packen Sie also Ihren Appetit ein – und lassen Sie sich überraschen.
Exzellenz auf höchstem Niveau: Vegane Haubenküche
Wer glaubt, vegane Küche sei nur Rohkost und Eintopf, der irrt gewaltig. In Wiens Spitzenlokalen wird auf höchstem Niveau gearbeitet – mit raffinierten Aromen und einer Präsentation, die jedes Gericht zur Kunst erhebt.
Tian am Rennweg – Der Stern am veganen Himmel
Das Tian am Rennweg (1. Bezirk) ist das Flaggschiff der pflanzenbasierten Haubenküche. Unter der Leitung von Chefkoch Christian Petz erwartet Gäste ein täglich wechselndes 6-Gang-Menü (€185), das mit saisonalen, oft regionalen Zutaten spielt. Den Michelin-Stern und 4 Hauben im Gault&Millau hat sich das Team mehr als verdient. Von fermentiertem Kohlrabi mit Trüffel bis zur Sellerie-Variation – hier wird Komplexität mit puristischem Geschmack vereint. Reservieren Sie mindestens zwei bis drei Wochen im Voraus.
Tewa – Superfood in Perfektion
Etwas bodenständiger, aber nicht weniger kreativ ist das Tewa im 7. Bezirk. Der Fokus liegt auf kreativer Bowl-Küche, angereichert mit Superfoods wie Chia, Kurkuma und Avocado. Das Lunch-Menü ab €14,90 bietet eine wechselnde Auswahl: von der „Green Goddess“-Bowl mit Edamame und Kimchi bis zur wärmenden Linsen-Suppe. Ideal für einen schnellen, aber hochwertigen Mittagstisch – und ein perfekter Einstieg für alle, die pflanzliche Küche unkompliziert genießen wollen.
Hollerei – Bio mit Haubenambition
Das Hollerei (8. Bezirk) beweist, dass Biokost auch preislich gehoben sein darf. Mit 2 Hauben und einer saisonalen Karte ab €45 pro Person serviert das Team Gerichte wie Kürbis-Risotto mit gerösteten Kernen oder gebackenen Blumenkohl mit Mandel-Sabayon. Das Ambiente ist rustikal-modern, die Zutaten stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Ein Geheimtipp für alle, die Wert auf Nachhaltigkeit und gehobenen Genuss legen.
Kreativ und alltagstauglich: Vegane Street-Food-Spots

Nicht immer muss es das Menü mit mehreren Gängen sein. Wiens Streetfood-Szene hat sich rasant entwickelt und bietet pflanzliche Alternativen, die im Alltag überzeugen – ob am Naschmarkt oder im hippen 7. Bezirk.
- Wonka Streetfood (Naschmarkt): Der erste rein vegane Würstelstand Wiens. Hier gibt es Käsekrainer und Frankfurter aus pflanzlichen Zutaten (€4,50) mit Senf, Kren und sauren Gurken. Ein Muss für alle, die das Wiener Würstelerlebnis ohne Tierprodukte suchen.
- Kaktus (7. Bezirk): 100% vegane Burger mit selbstgemachten Patties und Saucen. Die Klassiker wie „Kaktus-Burger“ mit Räuchertofu und Avocado-Creme kosten ab €12. Dazu gibt es Süßkartoffel-Pommes und hausgemachte Limonaden – perfekt für den schnellen Lunch.
- Veggiezz (Standorte in drei Bezirken): Falafel und Dürüm in Bio-Qualität. Die Preise starten bei €5,50 – dafür bekommt man knusprige Falafel mit Tahini-Soße, eingelegtem Gemüse und frischer Minze. Ein idealer Snack für unterwegs.
Diese Spots beweisen: Veganes Streetfood ist alles andere als langweilig und oft günstiger als sein fleischhaltiges Pendant. Probieren Sie die Käsekrainer von Wonka – sie schmecken täuschend echt.
Klassiker neu gedacht: Vegane Wiener Küche


Was wäre Wien ohne sein Schnitzel, den Leberkäse oder den Kaiserschmarrn? Zum Glück haben findige Gastronomen eine pflanzliche Version dieser Ikonen entwickelt – ohne auf Tradition zu verzichten.
Viela – Veganes Wirtshaus im 15. Bezirk
Das Viela interpretiert die österreichische Wirtshauskultur radikal neu. Statt Schweinsbraten gibt es Schnitzel aus Kürbiskern-Seitan (€16,50), paniert und knusprig ausgebacken, dazu Erdäpfelsalat oder Preiselbeeren. Auch das traditionelle Gulasch kommt hier rein pflanzlich auf den Teller – würzig, sämig, mit Seitan-Stücken. Die Portionen sind großzügig, der Gastgarten lädt im Sommer zum Verweilen ein.
Böswirt – Vegetarisches Gasthaus mit Tradition
Der Böswirt (7. Bezirk) ist zwar nicht rein vegan, aber vegetarisch – und bietet eine Fülle an veganen Optionen. Die hausgemachten Mehlspeisen sind legendär: Kaiserschmarrn (€9,80) aus Dinkelmehl mit Zwetschkenröster, Apfelstrudel mit Vanillesoße oder Topfenknödel mit Bröseln. Dazu passt ein Glas Most oder ein Wiener Gemischter Satz. Ein Ort, an dem Tradition und pflanzliche Küche harmonisch verschmelzen.
Swing Kitchen – Schnell, vegan und erschwinglich
Die Swing Kitchen hat sich mit vier Standorten (u.a. im 6. und 7. Bezirk) als vegane Fast-Food-Kette etabliert. Hier gibt es Wiener Schnitzel, Leberkäse und Mehlspeisen – alles 100% pflanzlich. Menüs starten bei €8,90 (z.B. Schnitzelburger mit Pommes und Getränk). Die Qualität ist erstaunlich gut, die Wartezeiten kurz. Perfekt für Einsteiger, die einen ersten Eindruck von veganer Wiener Küche gewinnen wollen.
Versteckte Juwelen: Kleine, feine Adressen
Abseits der bekannten Pfade verstecken sich Restaurants, die mit Kreativität und Charme punkten. Diese Lokale sind oft kleiner, aber umso liebevoller geführt.
Rübenwerk – Überraschungsmenü im 8. Bezirk
Das Rübenwerk (8. Bezirk) serviert ein rein pflanzliches 5-Gang-Überraschungsmenü (€34) – regional, saisonal und ohne viel Schnickschnack. Die Gerichte wechseln wöchentlich: mal ein Carpaccio von Roter Bete mit Haselnuss-Dressing, mal ein Lauch-Süßkartoffel-Curry mit Ingwer. Der Clou: Man erfährt erst beim Servieren, was auf den Teller kommt. Ein Abenteuer für neugierige Genießer.
Harvest – Veganes Café und Bistro im 2. Bezirk
Das Harvest verbindet Café und Bistro mit einem wechselnden Mittagstisch (€10–14) und einem üppigen Kuchenbuffet am Wochenende. Die Bowls, Suppen und Currys sind kreativ und sättigend – zum Beispiel Kichererbsen-Eintopf mit geröstetem Knoblauch oder ein Soba-Nudelsalat mit Erdnusssoße. Die Kuchen (vegan, natürlich) reichen von Schokoladentorte bis Zitronen-Cheesecake aus Cashews. Ein Wohlfühlort für den entspannten Nachmittag.
Essl-Stube – Vegetarische Gourmetküche mit veganen Optionen
Die Essl-Stube im 9. Bezirk bietet ein 3-Gänge-Mittagsmenü (€18) mit vegetarischen und veganen Varianten. Die Küche ist von der französischen Bistro-Tradition inspiriert: gratiniertes Gemüse, Pilz-Risotto mit Trüffelöl und feine Desserts. Die Portionen sind elegant, die Zutaten frisch. Ein Geheimtipp für alle, die leichte, aber raffinierte Mittagsküche schätzen.
So geht Genuss: Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene
Damit Ihr Ausflug in die pflanzliche Wiener Küche zum vollen Erfolg wird, habe ich ein paar praktische Hinweise zusammengestellt:
- Reservierung unbedingt erforderlich bei Haubenlokalen – besonders beim Tian (zwei bis drei Wochen im Voraus) und bei der Hollerei (mindestens eine Woche). Sonntagabend sind viele Tische vergeben.
- Achten Sie auf Kennzeichnungen: Viele Restaurants markieren vegane (V) und vegetarische (VG) Optionen auf der Karte. Im Zweifel fragen Sie nach – die meisten Köche sind flexibel.
- Für Einsteiger empfohlen: Starten Sie bei Swing Kitchen oder Hollerei – dort bekommen Sie einen breiten Geschmack von der Qualität pflanzlicher Küche, ohne sich auf ein mehrgängiges Menü einlassen zu müssen.
- Kombinieren Sie Streetfood mit einem Besuch am Naschmarkt: Starten Sie bei Wonka Streetfood, schlendern Sie über den Markt und lassen Sie den Nachmittag bei Kaktus oder Veggiezz ausklingen.
- Besuchen Sie auch die kleineren Läden: Rübenwerk und Harvest bieten ein außergewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis und zeigen, wie kreativ pflanzliche Küche sein kann.
Die Entdeckung dieser Restaurants ist wie eine kulinarische Schatzsuche durch die Wiener Bezirke. Egal, ob Sie alteingesessener Fan der pflanzenbasierten Küche sind oder einfach neugierig – lassen Sie sich von der Vielfalt überraschen. Also, worauf warten Sie? Legen Sie Ihre Serviette bereit und buchen Sie den nächsten Tisch. Denn in Wien wird Genuss großgeschrieben – auch ohne Tier. Prost und guten Appetit!



